Ablauf
All-on-4 oder All-on-6: was passt zu Ihnen?
Der Unterschied ist nicht das Budget — es ist Ihr Knochen und Ihr Biss. Was die Zahl der Implantate tatsächlich entscheidet, und die Frage an jede Klinik, die sich vor der Aufnahme festlegt.

Wenn ein ganzer Kiefer ersetzt werden soll, bekommen Sie eines dieser beiden angeboten. Sie funktionieren gleich — eine festsitzende Brücke, auf Implantate geschraubt, statt einer Prothese, die herauskommt —, und der einzige Unterschied im Namen ist, wie viele Implantate sie tragen.
Die nützliche Frage ist nicht, was besser ist. Sie lautet: Was trägt Ihr Kiefer, und was braucht Ihr Biss?
Was beide gemeinsam haben
Beide ersetzen jeden Zahn eines Kiefers. Beide sind festsitzend: Sie reinigen darum herum, statt sie nachts herauszunehmen. Bei beiden werden die verbliebenen Zähne dieses Kiefers entfernt, die Implantate gesetzt und noch am selben Tag eine provisorische Brücke befestigt — Sie gehen also nicht ohne Zähne nach Hause.
Danach folgt bei beiden eine Einheilzeit von einigen Monaten, bevor die definitive Brücke hergestellt und eingesetzt wird. Deshalb brauchen beide zwei Reisen.
Was die Zahl tatsächlich entscheidet
Knochenvolumen. Ein Implantat braucht Knochen von ausreichender Höhe und Breite. Nach Jahren mit einer Prothese oder mit fehlenden Zähnen zieht sich der Kieferknochen zurück, und im hinteren Oberkiefer kommt die Kieferhöhle nach unten. Wie viel Knochen wo vorhanden ist, sieht man auf einer DVT-Aufnahme — und sonst nirgends.
Wo dieser Knochen liegt. All-on-4 ist genau dafür entworfen worden: Zwei Implantate stehen vorn gerade, zwei hinten werden angewinkelt gesetzt, um die vorhandene Knochensäule auszunutzen und Kieferhöhle beziehungsweise Nervkanal zu umgehen. Das ist der Grund, warum es häufig ohne Knochenaufbau auskommt.
Ihr Biss. Wer presst oder knirscht, belastet eine Brücke anders. Mehr Pfeiler verteilen diese Last besser — wenn der Knochen sechs Pfeiler hergibt.
Ober- oder Unterkiefer. Der Unterkieferknochen ist in der Regel dichter, der Oberkieferknochen weicher und im Seitenzahnbereich häufiger reduziert. Deshalb kommt All-on-6 im Unterkiefer öfter zur Sprache und All-on-4 im Oberkiefer.
Keiner dieser vier Punkte steht in einer Preisliste. Alle vier stehen in einer DVT-Aufnahme.

Ist sechs also besser?
Im selben Kiefer, bei ausreichend Knochen an sechs Stellen: mehr Abstützung und mehr Reserve, ja.
Aber diese Bedingung ist die ganze Frage. Sechs Implantate in dünnen Knochen zu setzen, weil sechs nach mehr klingt, ist keine bessere Versorgung — es sind zwei zusätzliche Stellen, an denen etwas nicht einheilen kann. Vier gut gesetzte Implantate in tragfähigem Knochen sind einer schlechter abgestützten Sechser-Lösung überlegen.
Wenn eine Klinik Ihnen All-on-6 anbietet, weil Sie danach gefragt haben, und nicht, weil Ihre Aufnahme es hergibt, ist das der Moment, in dem der Vertrieb die Planung überholt hat.
Wie die Heilung wirklich abläuft
Tag der Operation. Extraktionen, Implantate, provisorische Brücke — meist in einer Sitzung, oft unter Sedierung. Sie gehen mit festsitzenden Zähnen.
Erste Woche. Schwellung und Blutergüsse sind normal und erreichen um Tag zwei bis drei ihren Höhepunkt. Weiche Kost. Die Sprache braucht einige Tage, sich an die neue Brücke zu gewöhnen.
Woche zwei bis sechs. Die Schwellung geht zurück, das Zahnfleisch formt sich um die Brücke. Immer noch weich bis mittelweich essen — die provisorische Brücke ist dafür gemacht, Sie zu versorgen, nicht dafür, Nüsse zu knacken.
Monat drei bis sechs. Die Implantate verwachsen mit dem Knochen (Osseointegration). Hier passiert das, was über den Erfolg entscheidet, und es passiert unsichtbar.
Zweite Reise. Abformung beziehungsweise digitaler Scan, Anprobe, definitive Brücke. Danach sind Sie in normaler Funktion.
Danach
Eine festsitzende Brücke auf Implantaten ist keine Versorgung, die man vergisst. Unter ihr entsteht ein Spalt, der jeden Tag gereinigt werden will — mit Zwischenraumbürsten, Superfloss oder einer Munddusche, je nach Konstruktion. Periimplantitis ist der realistische Langzeit-Misserfolg, und sie beginnt genau dort.
Rechnen Sie mit regelmäßigen Kontrollen und professioneller Reinigung bei einer Praxis zu Hause. Nehmen Sie Ihre Unterlagen mit: Implantatsystem, Referenznummern, Röntgenbilder, Garantieunterlagen. Ohne die kann eine deutsche Praxis später keine passenden Teile bestellen.
All-on-4 und All-on-6 nebeneinander
| All-on-4 | All-on-6 | |
|---|---|---|
| Implantate pro Kiefer | 4 | 6 |
| Typischer Einsatz | Kiefer mit reduziertem Knochen, häufiger im Oberkiefer | Ausreichendes Knochenangebot, häufiger im Unterkiefer |
| Knochenaufbau | Oft vermeidbar durch angewinkelte hintere Implantate | Häufiger nötig, wenn der Knochen dünn ist |
| Lastverteilung | Vier Pfeiler | Sechs Pfeiler, mehr Reserve |
| Reisen | Zwei | Zwei |
| Provisorium am OP-Tag | Ja | Ja |
Die deutsche Preisseite ist an dieser Stelle schief, und das gehört gesagt: Deutsche Praxen weisen All-on-6 nicht als eigenen Posten aus, sondern als „All-on-4 plus zwei Implantate“. Jede Zahl, die Sie für All-on-6 in Deutschland finden, ist deshalb eine Rechnung und keine veröffentlichte Gebühr. Wir führen sie aus genau diesem Grund nicht als Quelle. Für All-on-4 nennen deutsche Kostenübersichten für 2026 pro Kiefer 12.000–16.000 € für eine metallverstärkte definitive Brücke und 16.000–20.000 € für Vollkeramik oder Zirkon (gelesen am 27. August 2026). Die verbreiteten 8.000–12.000 € betreffen eine Kunststoffbrücke auf Metallgerüst, in der Regel das Langzeitprovisorium.
Woraus die Brücke oben besteht
Das ist die zweite Entscheidung, und sie wird oft übersehen, weil alle über die Implantatzahl reden.
Kunststoffzähne auf einem Metall- oder Titangerüst. Leichter, günstiger, reparierbar. Die Zähne verfärben und nutzen sich über Jahre ab und werden dann aufgearbeitet oder erneuert.
Zirkon, monolithisch oder verblendet. Härter, farbstabil, teurer. Bricht schwerer, ist aber bei einem Bruch auch schwerer zu reparieren.
Fragen Sie, welches Material in Ihrem Angebot steht — und ob der Preis die definitive Brücke enthält oder mit dem Langzeitprovisorium endet. Das ist bei Ganzkieferangeboten der häufigste Unterschied zwischen zwei Zahlen, die auf den ersten Blick vergleichbar aussehen.

Fragen, die sich vor der Zusage lohnen
- Wie viele Implantate, und warum diese Zahl bei meinem Knochen? Die Antwort sollte auf Ihre Aufnahme verweisen.
- Planen Sie das anhand einer DVT? Ein Panoramaröntgenbild allein reicht für angewinkelte Implantate nicht.
- Enthält der Preis die definitive Brücke oder das Provisorium?
- Aus welchem Material ist die definitive Brücke?
- Wie viele Reisen, wie viele Nächte je Reise?
- Was passiert, wenn ein Implantat nicht einheilt? Fachlich und finanziell, schriftlich.
- Wer betreut mich zu Hause, und mit welchen Unterlagen reise ich ab?
Wer keines von beiden bekommen sollte
Wenn noch tragfähige, gesunde Zähne in diesem Kiefer stehen, ist ein Ganzkieferkonzept die falsche Antwort. Beides setzt voraus, dass alles Verbliebene gezogen wird, und das ist endgültig. Eine Klinik, die eine intakte Zahnreihe zugunsten einer Brücke entfernen möchte, sollte das sehr genau begründen können.
Ebenso: unbehandelte Parodontitis gehört vorher stabilisiert, ein schlecht eingestellter Diabetes vorher besprochen, und starkes Rauchen ist ein Thema, das jede kompetente Behandlerin ansprechen wird.
Eine Antwort für Ihren Fall
Die ehrliche Zusammenfassung: Die Zahl kann Ihnen niemand nennen, der Ihre Aufnahme nicht gesehen hat — wir eingeschlossen. Was wir vorher tun können, ist Ihren vorhandenen Heil- und Kostenplan durchrechnen und Ihnen schriftlich sagen, was dieselbe Versorgung bei uns kostet. Untersucht und geröntgt wird am ersten Tag in Antalya; erst danach steht der Plan.
Die vollständigen Behandlungsseiten stehen hier: All-on-4 und All-on-6. Oder schicken Sie uns Ihren HKP.